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Gesellschaft

Geschlecht und Sport – Die problematische Rückkehr der Sex-Tests

Seit September 2025 sorgt die Einführung von genetischen Geschlechtstest durch den internationalen Leichtathletikverband World Athletics für erheblichen Wirbel. Bei Wettbewerben wie der WM in Tokio müssen Athlet*innen, die in der Kategorie „Frauen“ antreten wollen, nachweisen, dass sie das sogenannte SRY-Gen nicht besitzen. Das SRY-Gen sitzt auf dem Y-Chromosom und setzt im Regelfall eine männliche Geschlechtsentwicklung in Gang. Wenn ein*e Athlet*in das SRY-Gen hat, führt es zum Ausschluss aus Frauenwettbewerben.
Diese Maßnahme löste eine Debatte aus, die sowohl wissenschaftliche als auch gesellschaftliche Fragen berührt: Können biologische Marker wie das SRY-Gen wirklich die komplexe Realität von Geschlecht abbilden? Ist ein solcher Test fair und ethisch vertretbar? Und wie spiegeln sich gesellschaftliche Anti-Gender-Diskurse in dieser Diskussion wider? Zunächst soll die Vorgeschichte der aktuellen Gentests kurz beleuchtet werden.

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Events

Why the Brain Isn’t Binary: DLS Recap on Rethinking Sex and Gender as a Mosaic

The lecture introduced central concepts in sex-based brain research and gendered neuroscience, with a focus on rethinking traditional binary models of the brain. Through vivid examples and data-driven insights, Professor Joel explored how unsupervised algorithms, anomaly detection, and brain architecture analyses can be used to challenge conventional perspectives and offer alternative interpretations of brain clustering methods. Participants were encouraged to reflect on how categories such as male and female are stereotypically constructed, applied, and questioned within both scientific and social frameworks. 

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Wissenschaftliche Grundlagen und Hintergründe

„Kampf der Geschlechter“ und „Krieg der Gonaden“: Wissenschaftshistorische Bemerkungen zur Entstehung des Konzeptes der Sexualhormone

Diese „neue Physiologie“ der Regulation durch leistungsstarke Agentien war untrennbar mit den Potentialen der pharmaindustriellen Produktion verbunden. Hormone waren zugleich Naturstoffe und Arzneimittel. Vor allem nach dem Ersten Weltkrieg entstanden enge Beziehungen zwischen biochemischer Forschung und industrieller Herstellung. Das Ziel der pharmazeutischen Großunternehmen war die Produktion reiner, standardisierter Substanzen und deren molekulare Umgestaltung zur Gewinnung neuer Produkte. Die Herstellung von Wirksamkeit war dabei immer auch die Herstellung von Marktfähigkeit. Das endokrinologische Körperwissen war unmittelbar an eine pharmaindustrielle Ökonomie gebunden.

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iRTG

Bridging Disciplines: Neuroscience Meets Gender Studies at CRC 1665 Distinguished Lecturer Series

Professor Kaiser Trujillo’s talk provided a compelling overview of the intersections between neuroscience and gender studies. Drawing on her long-standing work at the interface of these disciplines, she addressed the enduring scientific and political question of how a biological understanding of sex relates to cognition, communication, and behavior. The lecture critically examined how sex and gender are operationalized in neuroimaging studies (particularly fMRI) and how these practices shape, and often constrain, the ways in which human diversity is understood in brain research.

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Gesellschaft

Die Crux mit der Binarität: Der britische Supreme Court will das Körpergeschlecht vereindeutigen

Der UK Supreme Court, das höchste britische Gericht, hat am 16. April 2025 geurteilt, dass im britischen Gleichstellungsgesetz (Equality Act von 2010) unter „Geschlecht“ das “biologische Geschlecht“ gemeint sei, welches ausschließlich männlich oder weiblich bedeute. Entsprechend dürfen in Frauenquoten trans Frauen nicht mitgezählt werden. Trans Männer dürfen nicht in Männerabteilungen von Krankenhäusern liegen und auch andere „single sex spaces“ wie Toiletten oder Umkleideräume seien für Angehörige des jeweiligen Geburtsgeschlechts reserviert. Für Angehörige von geschlechtlichen Minderheiten, also für trans, inter und nichtbinäre (TIN*) Personen, die in dem Gerichtsverfahren offenbar gar nicht angehört wurden, schafft das offensichtlich Probleme.

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iRTG

Recap on the Distinguished Lecture: NeuroGenderings: Approaches for gender-equitable brain research on 13 February 2025

Another event in the Distinguished Lecture Series took place in the week before the major CRC 1665 meeting, the scientific retreat, with Professor Sigrid Schmitz from Humboldt University Berlin as guest speaker.
The public lecture NeuroGenderings: Approaches for gender-equitable brain research took place on Thursday, 13 February 2025 in the Institute for History of Medicine and Science Studies (IMGWF) in Lübeck and simultaneously via Webex. Sigrid Schmitz’s lecture focused on the transdisciplinary NeuroGenderings network, which facilitates collaboration between experts from the neurosciences, gender, queer and feminist studies, as well as science and technology studies.

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